Wofür setzen wir uns ein

  • Qualität des Unterrichts (siehe Hattie-Studie) + Qualität der zusätzlichen Angebote
  • Finanzielle und tatsächliche gleichwertige Förderung von Ganztagsschule und Halbtagsschule mit/ohne Ergänzende Betreuung/Hort
  • Für Halbtagsschüler: Erhalt und qualitative Weiterentwicklung einer freiwilligen Mittags- und Nachmittagsbetreuung = „offener Ganztag“
    • Orientiert am Bedarf (Heterogenität der Kinder und deren Familien)
    • Integration der bestehenden, etablierten Systeme wie Hort, flexible Nachmittagsbetreuung, Kernzeit sowie deren Weiterentwicklung (z.B. Kooperation Schule/Betreuung)
    • für den „offenen Ganztag“ : gleichwertige finanzielle Förderung vom Land bei Erfüllen von definierten Qualitätskriterien wie für die verpflichtende Ganztagsschule pro Zeiteinheit
    • Kostenäquivalenz für Eltern im verbindlichen und offenen Ganztag
    • Entwicklung flexibel buchbarer Modelle
  • Verbindliche Ganztagszüge in über den Tag rhythmisierter Form, wie vom Gesetzgeber aktuell angedacht
    • orientiert am Bedarf
    • wenn dann „richtig“ = wie vom Gesetzgeber gedacht: Erarbeitung von Strukturen, die Ganztagszüge ermöglichen (Beispiel Bayern). (mit „richtig“ ist hier gemeint: kein Unterrichten von Halbtags-und Ganztagskindern in einer Klasse (= „Mischklasse“), da Mischklassen das Konzept der Rhythmisierung ad absurdum führen.)
  • Verlässliche Ferienbetreuung für alle wochenweise gegen Entgelt buchbar
  • Randzeitenbetreuung für alle gegen Entgelt buchbar
  • Umfragen:
    • Müssen detailliert sein (bzgl. Alter des jüngsten Kindes, Bundesland, Nachmittag: Schulpflicht versus Freiwilligkeit, Schule versus Betreuung, etc.)
    • Müssen bei der Beurteilung exakt betrachtet werden: Was ist wirklich gefragt worden? Beispiel: 3. Jakoo-Bildungsstudie: hier wurden aus „30% präferierten die Ganztagsschule mit verbindlichem Nachmittagsprogramm“ und „40% wünschten sich eine Ganztagsschule mit freiwilligem Nachmittagsprogramm“: 70% wünschen sich die Ganztagsschule.
  • Zu dem oft gehörten Argument, eine „Doppelfinanzierung“ sei nicht möglich: Es werden nicht mehr Kinder im Ganztag, sie werden nur anders verteilt als im von der Landesregierung vorgesehenen Modell.
    • Dabei können bestehende Systeme (Hort, flexible Nachmittagsbetreuung, Kernzeit) in den neuen „offenen“ Ganztag integriert werden, was ein ressourcenorientiertes Vorgehen darstellt
    • Es besteht die Möglichkeit der Nutzung von räumlichen Strukturen von beiden Systemen (verpflichtender und „offener“ Ganztag): z.B. Mensa, Kreativräume
    • Angebote von außerschulischen Bildungspartner, AG´s : können von allen Schülern genutzt werden
    • jede Betreuungszeiteinheit, die von einem Elternteil abgedeckt wird (Beispiel „offener“ Ganztag), kostet den Staat weniger Geld
  • Bedenken der gesellschaftlichen Auswirkungen: z.B. bezüglich der Lösungsideen für Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Wenn die verpflichtende Ganztagsschule flächendeckend etabliert ist, ist entschieden, wer sich maximal anpasst an die Herausforderungen des Vereinbarkeitsproblems: das Kind. Dieses adaptiert sich im Zweifel maximal an den Ganztag mit Zeiten bis 16 Uhr und länger. Alternativ kann sich ein Elternteil anpassen, indem das Kind in die Halbtagsschule geht – dann aber muss ein Elternteil eher zuhause bleiben (schauen Sie sich bitte die momentane Praxis der Unternehmen an!).   Ein bedarfsgerechtes Beibehalten bzw. Ausbauen von freiwilliger und flexibler Nachmittagsbetreuung ermöglicht die Weiterentwicklung und Anpassung der Arbeitswelten an die gesamte Familie.
    Fährt man zweigleisig, wird sich im Verlauf zeigen, welche Schul- und Betreuungsformen in welchem Umfang gebraucht werden und welche Ergebnisse sich im Längsschnitt bezüglich Bildungsniveau und Bildungsgerechtigkeit ergeben. Ein offeneres Vorgehen legt den gesellschaftlichen Wandel nicht durch den Staat fest, sondern lässt eine Entwicklung des Wandels durch die Gesellschaft zu.

 

zuletzt geändert am 08.10.2015